Verbesserungen in der konventionellen Schweinehaltung

Derzeit wird in Österreich ein Großteil der Schweine sowohl in der Mast als auch in der Aufzucht in konventionellen Haltungssystemen nach gesetzlichen Standards bzw. nach den Kriterien des AMA-Gütesiegelprogramms gehalten.


Die geltenden Standards entsprechen jedoch oft nicht den Erwartungen und Vorstellung der Konsumentinnen und Konsumenten. Der Ruf nach zusätzlichen Anforderungen im Bereich Tierwohl wird immer lauter.


Andererseits müssen aber auch die Anforderungen des Marktes und die Möglichkeiten der Landwirtinnen und Landwirte berücksichtig werden.

Innovative Lösungen zur Verbesserung der Haltungsbedingungen

In der Tierhaltung sind Wirtschaftlichkeit und das Wohl der Tiere untrennbar miteinander verbunden.


Gesunde Tiere sind nicht nur ein Zeichen für verantwortungsbewusste Landwirtschaft, sondern auch ein Schlüssel zu nachhaltigem Erfolg. Daher setzen Landwirtinnen und Landwirte in der konventionellen Schweinehaltung immer öfter auf innovative und individuelle Verbesserungen der Haltungsbedingungen, die ohne kompletten Neubau in den vorhandenen baulichen Gegebenheiten auch umsetzbar sind.


Im Fokus stehen dabei praxisorientierte Lösungen, die mehr Platz, Struktur für die Schweine bieten.

Projekt IBeST

Schon gewusst, ...

....dass das Projekt IBeSt erforschte, wie man bestehende konventionelle Schweineställe für Aufzuchtferkel und Mastschweine in Richtung mehr Tierwohl verändern kann?


Dabei wurden nicht nur die Auswirkungen auf die Tiere, sondern auch auf die Wirtschaftlichkeit, die Arbeitsabläufe und die Umweltauswirkungen wie Emissionen untersucht. Insgesamt nahmen 15 Betriebe aus Oberösterreich, Niederösterreich, der Steiermark und Kärnten sowie einem Forschungsstall für Mastschweine der HBLFA Raumberg-Gumpenstein an diesem Projekt teil.


Auch der Mensch spielte im Projekt IBeSt eine wichtige Rolle. Deshalb fanden regelmäßig Workshops statt, die dem Erfahrungsaustausch und der Diskussion über z. B. die Arbeitsorganisation auf dem Hof, das gemeinsame Arbeiten und Leben auf dem Hof im Generationenverbund sowie die Mensch-Tier-Beziehung dienten.


Die Untersuchungen zeigten, dass bestehende Ställe oft mit relativ einfach umsetzbaren Maßnahmen verbessert werden können. Weiters wesentliche Erkenntnisse sind:

  • Die Kombination mehrerer Maßnahmen ist entscheidend für die Verbesserung des Tierwohls (u. a. mehr Platz pro Tier, größere Buchten, Beschäftigungsmaterial).
  • Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind der größte Hemmfaktor für die Betriebe (v. a. Kosten der Investitionen, weniger Tiere im Stall).
  • Die Beratung der Betriebe wird künftig individueller werden müssen (kein „One-Size-Fits-All“).


Die detaillierten Ergebnisse der Studie gibt es im Abschlussbericht.

Zum Video

Projekt IBeST+

Schon gewusst, ...

…dass seit November 2023 das Projekt IBeSt+ österreichische Schweinemastställe mit unterschiedlichen Haltungssystemen hinsichtlich Tierwohl und Ökonomie evaluiert?


Ziel ist es, die Anforderungen zur Strukturierung und Ausgestaltung der Buchten als Alternative zu den bestehenden Vollspaltenbuchten zu entwickeln, um ein höheres Tierwohl zu ermöglichen.


Dabei soll die Beschaffenheit des Bodens (perforiert, geschlossen, planbefestigt) und die Perforationsdichte, der Einsatz von Beschäftigungsmaterial und die Strukturierung der Buchten durch Funktionsbereiche untersucht werden.


Dreißig Tierwohl-Schweinemastbetriebe nehmen an der Studie teil. Daten aus IBeSt fließen in die Auswertungen Ende 2026 ein. Die Ergebnisse werden als Grundlage für neue rechtliche Mindeststandards in Österreich herangezogen.

Mehr Infos gibt es hier

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