AMA
Häufig gestellte Fragen

Die Aufgaben der AMA-Marketing sind gesetzlich vorgegeben: die Vermarktung von Agrarprodukten im In- und Ausland sowie Maßnahmen zur Förderung der Qualität von Lebensmitteln. Lebensmittel, die qualitativ die gesetzlichen Vorgaben übertreffen, zeichnet die AMA-Marketing mit dem AMA-Gütesiegel aus, Bio-Lebensmittel mit dem AMA-Biosiegel.

Das AMA-Gütesiegel und das AMA-Biosiegel besitzen Alleinstellung unter den Zeichen, Marken und Logos. Die Richtlinien werden dem BMLFUW zur Genehmigung vorgelegt. Ihre Einhaltung kontrollieren unabhängige, staatlich akkreditierte Kontrollstellen und Labors.

Nur wenn es alle Vorgaben der folgenden drei Bereiche erfüllt:

  • garantiert nachvollziehbare Herkunft der Rohstoffe,
  • ausgezeichnete Qualität und
  • unabhängige Kontrollen.

Das AMA-Biosiegel steht für mehr Bio und mehr Qualität, also:

  • hundert Prozent biologische Zutaten,
  • ausgezeichnete Qualität,
  • transparente Herkunft der Rohstoffe,
  • von unabhängigen Stellen kontrolliert.

In erster Linie Frischeprodukte und einige verarbeitete Produkte:

  • Obst / Gemüse / Speiseerdäpfel
  • Rind / Kalb / Schwein / Hendl / Pute / Lamm-Fleisch
  • Wurstwaren und Fleischerzeugnisse
  • Milch und Milchprodukte
  • Fisch und Fischprodukte (in Kürze)
  • Eier

Hinzu kommen einige ausgewählte Be- und Verarbeitungsprodukte, derzeit etwa Speiseöl, Bier, Tiefkühl-Gemüse, Sauerkraut, Pommes, Brot und Gebäck, Fruchtsäfte oder Honig.

Das AMA-Biosiegel wird ausschließlich für Bio-Lebensmittel vergeben. Der Schwerpunkt liegt auf Frischeprodukten wie Milch und Milchprodukte, Obst und Gemüse, Eier, Fleisch und Fleischwaren inkl. Geflügel sowie Brot und Gebäck.

Mehr als zwanzig verschiedene landwirtschaftliche Produktionsbestimmungen und Richtlinien regeln die Herstellung. Dabei liegen die Qualitätskriterien über den gesetzlichen Vorgaben, beispielsweise:

  • Einsatz von zertifizierten Futtermitteln
  • Milch und Milchprodukte: Qualitätsstufe 1 bis zum letzten Tag der angegebenen Haltbarkeit
  • Gute Agrarpraxis bei Obst und Gemüse
  • Strenge Hygiene
  • Genaue und nachvollziehbare Dokumentation
  • 100 Prozent biologische Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs
  • Optimale Produktqualität (Gute Herstellungspraxis/HACCP)
  • Möglichste Naturbelassenheit, dh Reduzierung der Zusatzstoffe. Rund ein Viertel der Zusatzstoffe, deren Verwendung die EU-Bio-Verordnung erlaubt, darf bei AMA-Biosiegel-Produkten nicht verwendet werden.
  • Verpflichtende Produktanalysen und Labortests, zB eine Höchstgrenze der Gesamtkeimzahl bei Wurst, systematisches Rückstandsmonitoring bei Obst, etc.
  • Kriterien wie Geschmack, Geruch, Konsistenz, Aussehen
  • Umweltschonende Verpackung, zB Verbot von chlorhaltigem Verpackungsmaterial
  • Transparente Herkunftskennzeichnung der landwirtschaftlichen Rohstoffe bei zusammengesetzten Produkten

Die Richtlinien werden in Fachgremien beschlossen. Diese setzen sich aus Experten von Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und AMA-Marketing zusammen. Alle Richtlinienbeschlüsse werden einem Lenkungsgremium vorgelegt, das die sozialen und wirtschaftlichen Interessen der österreichischen Gesellschaft repräsentiert (Sozialpartner). Die Richtlinien bedürfen der Genehmigung durch das BMLUFW.

Biosiegel-Richtlinie setzt auf Ebene der Verarbeitung und des Handels an. Sie legt Anforderungen für die Be- und Verarbeitung, für Schlacht- und Zerlegebetriebe, Packstellen, Direktvermarkter und den Lebensmittelhandel fest.

Rund 43.000 landwirtschaftliche Erzeuger nehmen an den einzelnen Programmen teil, davon rund 33.000 Milchviehhalter, 5.000 Rinderhalter, 1.800 Schweinehalter, 700 Legehennenhalter, 400 Masthendl- und Putenhalter, 1.500 Obst-, Gemüse- und Kartoffelproduzenten. Rund 700 Lizenznehmer zeichnen ihre Produkte mit dem AMA-Gütesiegel aus.

Rund 21.000 landwirtschaftliche Betriebe produzieren in Österreich Rohstoffe für Bio-Lebensmittel. In das AMA-Biosiegel-Programm sind rund 250 Be- und Verarbeitungsbetriebe mit zirka 400 Betriebsstätten eingebunden.

Alle Stufen der Lebensmittelkette – vom Landwirt bis zum Lebensmittelhandel - sind eingebunden. Das AMA-Gütesiegel hat Alleinstellung: Sämtliche Kontrollen werden von unabhängigen Kontrollstellen durchgeführt. Auch die Kontrollorgane selbst unterliegen peniblen Überprüfungen.

Basis ist  eine dreistufige Kontrollpyramide. Auf der ersten Stufe muss der Landwirt, der Lebensmittelproduzent bzw. Handelsbetrieb mittels Checklisten selbst regelmäßig Eigenkontrollen durchführen und dokumentieren.  Auf der zweiten Stufe werden die Betriebe durch unabhängige Kontrollstellen überprüft, die von der AMA-Marketing zugelassen sind. Die Arbeit der Kontrollorgane selbst wird in der dritten Stufe durch Überkontrollen geprüft.

Ca. 15.000 Vor-Ort-Kontrollen, davon alleine rund 3.000 auf Schlacht- und Zerlegebetrieben und im Lebensmittelhandel. Rund 10.000 Analysen wie Produktanalysen, Harn- und Kotproben, Blatt- und Fruchtproben werden jedes Jahr durchgeführt.

In der Landwirtschaft:

  • mindestens einmal jährlich durch Bio-Kontrollstellen

Bei den Verarbeitern:

  • Laufende Eigenkontrollen und Dokumentation durch den Betrieb (Produktanalysen, HACCP, gute Herstellungspraxis),
  • mind. einmal jährlich externe Kontrollen durch unabhängige Bio-Kontrollstellen
  • Überkontrollen durch die AMA (Kontrolle der Kontrolle)

Fleisch darf nur dann ein rot-weiß-rotes AMA-Zeichen tragen, wenn die Tiere in Österreich geboren, gemästet, geschlachtet und zerlegt wurden. Diese umfassende Herkunftsregelung gilt auch für Milch und Milchprodukte wie Käse oder Joghurt. Auch hier müssen die Tiere auf österreichischen Bauernhöfen leben und dort gemolken werden. Die Verarbeitung muss bei Produkten mit den rot-weiß-roten AMA-Zeichen in einer heimischen Molkerei erfolgen. Für Eier mit den rot-weiß-roten AMA-Zeichen gilt: Sie werden auf einem heimischen Bauernhof gelegt, hier sortiert und verpackt. Obst, Gemüse und Erdäpfel, die mit den rot-weiß-roten AMA-Zeichen ausgezeichnet sind, werden ausschließlich auf heimischen Feldern, in Obstgärten und Glashäusern gezogen. 

Das AMA-Biosiegel ohne Herkunftsangabe garantiert die kontrollierte Bio-Qualität der Lebensmittel gemäß der AMA-Biosiegel-Richtlinie. Der Ort der Be- und Verarbeitung sowie die Herkunft der Bio-Rohstoffe werden nicht eingeschränkt.

Beim rot-weiß-roten AMA-Gütesiegel und AMA-Biosiegel stammen alle wertbestimmenden landwirtschaftlichen Rohstoffe ausschließlich aus Österreich. Das gilt auch für verarbeitete Lebensmittel, die aus mehr als einer Zutat bestehen. Nur ausnahmsweise dürfen bei solchen Lebensmitteln Zutaten aus einem anderen Land stammen, etwa, wenn eine Zutat in Österreich nicht oder nicht in marktrelevanten Mengen erzeugt wird. Und selbst dann dürfen diese Zutaten maximal ein Drittel des Produkts ausmachen. „Klassiker“ sind Bananen oder Erdbeeren im Fruchtjoghurt oder der Pfeffer in der Wurst. Diese Regelung gilt nicht für landwirtschaftliche Monoprodukte wie Milch, Fleisch, Fisch, Eier, Obst und Gemüse. Sie sind durch und durch österreichische Erzeugnisse.

In Österreich wird der Großteil der Futtermittel auf den Bauernhöfen selbst produziert. Ergänzende Mischfuttermittel müssen den weitreichenden Qualitätsanforderungen der AMA-Futtermittelrichtlinie entsprechen und pastus+-zertifiziert sein. Die Vorschriften für die Futtermittel reichen weiter als die gesetzlichen Vorgaben. Die gentechnikfreie Fütterung ist in der Milch-, Eier und Geflügelfleischproduktion vorgeschrieben.