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AMA-forum beleuchtet Zukunft der Werbung

Mit ihrem branchenübergreifendem Forum bietet die AMA eine Plattform zum Austausch im Dienste der Land- und Lebensmittelwirtschaft. Hochkarätige Referenten setzen dabei aktuelle Impulse. Heuer beschäftigte sich die AMA mit den Veränderungen in der Kommunikation und stellte die provokante Frage: „Hat klassische Werbung Zukunft?“ Rund 250 Gäste waren der Einladung der AMA nach Feldkirch gefolgt. 

„Sagt meiner Mutter nicht, dass ich in der Werbung arbeite. Sie glaubt, ich sei Bordellpianist”, meinte einst ein französischer Top-Werber. Werbung und ihr Ruf haben sich verändert. Nach unserem Verständnis ist der Beginn der klassischen Werbung auf das 
17. Jahrhundert zu datieren. Der Buchdruck war erfunden und mit den Tageszeitungen gab es das passende Medium, um Werbeblätter unters Volk zu bringen. Um die Wende zum 20. Jahrhundert versuchten Firmen, mit ihren Produkten Bedürfnisse zu wecken. Der Wirtschaftsaufschwung der 1950er und 1960er Jahre bescherte auch der Werbung einen neuen Boom. Mit der Online-Werbung wurde eine völlig neue Art der Kommunikation und des Dialogs mit den Konsumenten geboren. 

 

Das unterstrich auch Vorarlbergs Agrarlandesrat Christian Gantner: „Werbung ist von der Einbahnstraße zum Dialog zwischen Produzenten und Konsumenten geworden. Wir müssen der Gesellschaft die Bedeutung der Landwirtschaft für Lebensraum, Lebensqualität und Lebensmittelproduktion erklären“, eröffnet Gantner das AMA-Forum. Landwirtschafts-kammerpräsident Josef Moosbrugger ist es dabei wichtig, ein reales Bild der Landwirtschaft zu zeigen. „Wenn wir die hohen Standards kommunizieren, schafft das Wertschätzung für die Produktion“, so Moosbrugger.


Kunden müssen begeistert werden
Die Veränderung in der Kommunikation beleuchtete als erster Hauptreferent Dennis Vogt, Managing Director des Center for Innovation an der Universität St. Gallen. Täglich prasseln knapp 3.000 Werbebotschaften auf uns ein, nur vier davon bleiben in positiver Erinnerung. „Die Kunden müssen begeistert werden, um sie emotional an die Marke zu binden und als Markenbotschafter zu gewinnen“, erklärt Vogt. Begeisterung kann durch Innovation, Inspiration oder einem sinnstiftenden Grund, der hinter dem Kauf des Produktes liegt, geweckt werden.

Petra Stabauer von Salzburg Research ging in ihrem Referat der Frage nach, wie digitale Transformation Unternehmen, Strukturen und Bedürfnisse verändert. „Konsumenten möchten ein auf sie zugeschnittenes Produkt. Aus einer Wertschöpfungskette wird ein Kreislauf, der den Kunden ins Zentrum stellt“, erklärt Stabauer. Sie ist überzeugt, dass die digitale Transformation nicht aufzuhalten ist und genutzt werden kann, um völlig neue Geschäftsmodelle zu erschließen.

 

Einen illustren Einblick in „Schwafelkunst und Kommunikation“ gab Gert Postel. Bekanntheit erlangte der Autor insbesondere durch seine mehrfachen Anstellungen als falscher Arzt. Er ist überzeugt, dass Wortakrobatik als Stilmittel der Kommunikation bis zu einem gewissen Grad funktioniert. In persönlichen Beziehungen ist jedoch Authentizität notwendig.


Jeder kann etwas zur Veränderung beitragen
Klaus Schwertner, Geschäftsführer der Caritas der Erzdiözese Wien, erklärte in seinem Vortrag, wie sich eine zunehmend Ich-bezogene Gesellschaft für ein „Wir“ begeistern lässt. Die Caritas nutzt seit einigen Jahren erfolgreich die Strategie, betroffene Menschen für sich selbst sprechen zu lassen. Dies kann eine wertvolle Anregung für die Landwirtschaft sein. Schwertner ist überzeugt, dass jeder Einzelne etwas zur Veränderung in der Gesellschaft beitragen kann. „Wir alle haben Verantwortung. Ich lade sie ein, selbst aktiv zu werden“, schließt der Caritas-Geschäftsführer seinen charismatischen Vortrag.

Meinung wird heutzutage immer öfter in öffentlichen Foren gemacht. Kulturwissenschafter Johannes Domsich, Privatdozent und Inhaber einer Beratungsagentur, durchforstete Diskussionsplattformen großer österreichischer Websites und zog den Schluss, dass Meinungen und Werte über lange Zeit relativ unverändert bleiben. Veränderungen sieht er jedoch in der Medienlandschaft. „Früher brauchte es Medienkompetenz und Zeitungen als Verteiler, in den Online-Kanälen kann jeder User selbst Medium sein“, so Domsich.
 

Menschen wollen Teil von etwas Großem sein
Wie sich Menschen online für Kampagnen und Ideen mobilisieren lassen, beleuchtete abschließend Stefanie Winkler-Schloffer vom Campaigning Bureau. Ihrer Erfahrung nach wollen Menschen Teil von etwas Großem sein. Die Einstiegshürde muss allerdings niederschwellig sein, um Menschen zum Mitmachen zu bewegen. Eine ansteckende Begeisterung ist dafür unbedingt notwendig und Daten, die gesammelt werden, müssen intelligent genutzt werden. „Mit jeder Interaktion eines Users lernen wir ihn besser kennen und verstehen, was ihn bewegt“, erklärt Winkler-Schloffer das System der Online-Campanisierung.

PRODUKT Champion
Im Rahmen des AMA-Forums wurden die besten und innovativsten Wurstwaren und Ei-Produkte mit dem PRODUKT-Champion ausgezeichnet. Die Einreichungen werden nach den Kriterien Qualität, Innovationsgrad, Rohstoffauswahl und Produktidee überprüft. Erstmals wurde ein Sonderpreis für den PRODUKT Champion AMA-Gütesiegel vergeben. 


PRODUKT Champion Fleisch- und Wurstwaren
Kategorie Selbstbedienung: Camembert Salami von Stastnik
Kategorie Theke: Trüffel-Mortadella von Frierss 
Kategorie Convenience: Original Wiener Wiesn Stelze von Wiesbauer Gourmet 
Kategorie Klassik - Schwerpunkt Schinkenspeck: Schinkenspeck der Metzgerei Huber 
Kategorie AMA-Gütesiegel: Hauswürstel von F. Krainer 
 

PRODUKT Champion Ei
Kategorie Markenartikel: Minis Dinkel Löckchen von Recheis
Kategorie Frischei und Convenience: 6 Funny Minions-Eier  von Innviertlerlandei Johann Poringer 

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DI Manuela Schürr

Leiterin Unternehmenskommunikation

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