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Exportplus trotzt schwierigem Umfeld

Das vergangene Jahr brachte für die europäische Lebensmittelwirtschaft eine besondere Situation. Ein Plus von zwei Prozent bei den Agrarexporten zeigt die österreichische Exportkraft.

(Berlin, 15. Jänner 2015) Das vergangene Jahr brachte für die gesamte europäische Lebens-mittelwirtschaft eine besondere Situation. Trotz des marktpolitisch schwierigen Umfeldes konnten sich die österreichischen Lebensmittelproduzenten bewähren. „Ein Plus von zwei Prozent bei den Agrarexporten zeigt die Exportkraft der heimischen Lebensmittelwirtschaft“, zieht Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing, anlässlich der „Grünen Woche“ in Berlin erste Bilanz über das abgelaufene Jahr.



v.l.n.r.: Bildtext: Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing, und Aufsichtsratsvorsitzender Franz Stefan Hautzinger ziehen anlässlich der Grünen Woche eine erfreuliche Bilanz über die heimischen Agrarexporte – mit Käse als Aushängeschild.

Fotocredit: AMA/APA/Runge
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Zwanzig Jahre Exportgeschichte
Diese Exportkraft wirkt seit zwanzig Jahren. 1995 trat Österreich der EU bei, und entgegen zahlreichen Unkenrufen ist es seither gelungen, eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte zu schreiben. Der gesamte Agrar-Außenhandel hat sich in diesen zwei Jahrzehnten von rund 1,8 auf 9,7 Milliarden Euro mehr als verfünffacht. „Österreich hat sich als Agrar-Exportnation fest etabliert. Die österreichische Lebensmittelwirtschaft steht weltweit für Natürlichkeit und Genuss mit langer Tradition. Zusätzlich ist das heimische Angebot durch hervorragende Qualität und strenge Kontrolle hinterlegt. Das schafft Vertrauen bei den Konsumenten und bei den Marktpartnern“, so Blass.

Österreichs Agrarexporte 2014 : Leichtes Plus trotz schwierigem Umfeld
Erste Schätzungen gehen von einem Exportwert von 9,7 Milliarden Euro für das Jahr 2014 aus. Dem standen Importe im Wert von 10,7 Milliarden Euro gegenüber. Der Wert der Agrar- und Lebensmittelexporte stieg im abgelaufenen Jahr um zirka zwei Prozent, die Menge um 3,8 Prozent (Chart 1). Damit konnte der Export von Agrarwaren annähernd doppelt so stark zulegen wie die Gesamtexporte Österreichs (Chart 2).

Wichtigste Handelspartner: Deutschland und Italien

Rund ein Drittel der weltweiten agrarischen Exporte Österreichs gehen zu unseren deutschen Nachbarn. Damit ist und bleibt die Bundesrepublik mit einem Wert von 3,4 Milliarden Euro wichtigster Handelspartner für heimische Lebensmittelproduzenten (Chart 3). Italien steht mit knapp 1,3 Milliarden Euro weiter an zweiter Stelle der Export-Länder (Chart 4).

USA beflügelt, Russland-Embargo trifft alle Märkte

Die Warenströme in die USA haben sich im vergangenen Jahr mit einer Wertsteigerung von 4,5 Prozent hervorragend entwickelt, vor allem bei nicht-alkoholischen Getränken. Auch österreichischer Käse findet zunehmend Liebhaber.

Ein Rückgang von rund 15 Prozent ist im Export mit Russland zu erwarten. Weitreichender als die direkten Folgen des Embargos waren die Auswirkungen auf die gesamte europäische Lebensmittelwirtschaft. „Die Bugwelle des Embargos stellte alle exportorientierten Unternehmen vor große Herausforderungen. Die Maßnahmen Russlands haben viele Sektoren betroffen, besonders die Milchwirtschaft sowie die Exporte von Schweine- und Rindfleisch mit Einbrüchen zwischen fünfzig bis zu neunzig Prozent“, so Blass.

Neue Märkte
Den insgesamt verhaltenen Zuwachs bei den Lebensmittelexporten sieht Blass als Treiber, um  neue Marktchancen zu nutzen. Die AMA beteiligt sich daher intensiv an bestehenden und künftigen Exportinitiativen, die den EU-Binnenmarkt langfristig entlasten. Blass sieht den Westbalkan und die asiatischen Märkte als Hoffnungsgebiete. „Der Wohlstand der Bevölkerung und damit das Interesse an hochqualitativen Lebensmitteln werden dort weiter zulegen. Die bisherigen Steigerungsraten sind durchaus attraktiv“, erklärt der AMA-Chef. Auch die skandinavischen Länder, das Vereinigte Königreich und die Benelux-Länder gewinnen vor allem für den Käseexport an Attraktivität.

Gute Umsätze mit den Nachbarn
Die benachbarten Länder sind für die heimische Lebensmittelwirtschaft besonders bedeutend, wenngleich Ungarn, Slowenien und Tschechien aufgrund des wirtschaftlichen Umfeldes im vergangenen Jahr schwierige Exportdestinationen waren. Dynamisch entwickelt haben sich die Handelsbeziehungen zur Slowakei, zu Polen und zu Kroatien (Chart 5 und 6).

Ein Drittel der gesamten Exporte geht nach Deutschland
Deutschland ist und bleibt der mit Abstand wichtigste Handelspartner. Die Agrarausfuhren konnten im vergangenen Jahr weiter ausgebaut werden (plus 3,3 Prozent) und trugen maßgeblich zur insgesamt positiven Exportentwicklung bei. 2014 gingen Waren im Wert von 3,4 Milliarden Euro ins große Nachbarland. Die exportierte Menge stieg marginal auf 2,8 Millionen Tonnen (Charts 7 bis 9). Wichtigste agrarische Umsatzbringer sind seit vielen Jahren Milch und Milchprodukte sowie Fleischzubereitungen wie Wurst, Schinken und Speck. Die Ausfuhr von Rindfleisch entwickelt sich weiter sehr erfreulich. Auf frisches sowie veredeltes Obst und Gemüse entfallen rund ein Viertel der Deutschland-Exporte (Chart 10).

Exportschlager Käse und Fleischzubereitungen

Im Außenhandel mit Deutschland ist Käse der Exportschlager. 2014 wurden 57.561 Tonnen im Wert von 289 Millionen Euro exportiert. Damit haben die österreichischen Käsereien ein Plus von 14 Prozent zustande gebracht. Fleischzubereitungen wie Wurst, Schinken und Speck stehen auf Platz zwei der Ausfuhren. 60.354 Tonnen mit einem Wert von 270 Millionen Euro wurden ausgeführt. Auch der Export von Rindfleisch in Richtung Deutschland entwickelt sich seit Jahren äußerst positiv, 2014 wurden in die Bundesrepublik 38.066 Tonnen Rindfleisch exportiert. Die Exporte von frischem und zubereiteten Obst und Gemüse legten im vergangenen Jahr um weitere fünf Prozent auf 106.768 Millionen Euro zu (Chart 11).

Fokus Käse: Plus 14 Prozent in Deutschland
Die deutschen Nachbarn haben sich zu wahren Käsetigern entwickelt und liegen im europäischen Ranking des Verbrauches mit 24 Kilo pro Kopf und Jahr an zweiter Stelle (Chart 12 und 13). Dass Österreichs Käsereien auf diesen wichtigen Markt setzen, erscheint auch aufgrund der Preisentwicklung sinnvoll. Mit 4,80 Euro pro Kilo exportiertem Käse liegt Deutschland in einem attraktiven Preissegment (Chart 14). Und obwohl Österreich in Sachen Käseproduktion EU-weit gesehen zu den kleinen Playern gehört (Chart 15), nehmen rot-weiß-rote Käse 5,5 Prozent im deutschen Lebensmittelhandel ein.