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Agrarexporte: Zuversicht trotz herausforderndem Umfeld

Deutschland ist Handelspartner Nr. 1
Heimmarkt: Regionalität und Frische ziehen

(Wien, 28. September 2015) Das vergangene Jahr stellte die gesamte europäische Lebensmittelwirtschaft vor herausfordernde Situationen. Dies setzt sich im ersten Halbjahr 2015 fort. Trotzdem schaffte die österreichische Agrarwirtschaft in den ersten sechs Monaten ein Exportplus von fast drei Prozent.  

Im Bild vlnr: Katharina Kossdorff (Fachverband der Lebensmittelindustrie) und Michael Blass (AMA-Marketing). Weitere Bilder zum kostenlosen Download finden Sie unter: www.apa-fotoservice.at/galerie/7104

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Die aktuellen Außenhandelszahlen weisen für das erste Halbjahr 2015 Agrarexporte in der Höhe von knapp fünf Milliarden Euro aus. Das entspricht einem Plus von fast drei Prozent gegenüber der Vorjahresperiode (Chart 1). „Die 20-jährige Erfolgsgeschichte und der Aufwärtstrend werden damit fortgeschrieben, wenn auch nicht im Tempo der vergangenen Jahre“, erklärt Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing, anlässlich der bevorstehenden ANUGA.

Deutschland ist und bleibt mit 3,35 Milliarden Euro Exportvolumen wichtigster Handelspartner für österreichische Lebensmittelproduzenten, gefolgt von Italien (Chart 2 und 3). „Italien ist ein schwieriger Markt mit sehr unterschiedlichen Teilmärkten. Österreichische Milcherzeugnisse stellen dort ihre Wettbewerbskraft unter Beweis, aber die Kaufkraft wichtiger Regionen hat in den vergangenen Jahren gelitten“, erklärt Blass das Minus des ersten Halbjahres (Chart 4).

Exporte mit Deutschland bleiben auf hohem Niveau
Käse ist in Deutschland weiterhin Exportschlager unter den ausgeführten landwirtschaftlichen Spezialitäten. Nach einem beeindruckenden Plus von 13,5 Prozent im Vorjahr haben die österreichischen Käsereien in den ersten sechs Monaten das hohe Niveau gehalten. Im ersten Halbjahr gingen fast 30.000 Tonnen Käsespezialitäten im Wert von 142 Millionen Euro zu unseren Nachbarn.

Wurst, Schinken, Speck und andere Fleischzubereitungen stehen nach wie vor auf Platz zwei der Ausfuhren, stockten aber im ersten Halbjahr 2015 leicht (28.203 Tonnen im Wert von 127 Millionen Euro). Die Exporte von Rindfleisch halten auf gleichem Niveau (Chart 5
und 6).

Bei Obst gab es im Außenhandel mit Deutschland ein Minus von 16 Prozent, das vor allem im starken Rückgang der Apfelexporte begründet ist. Die Bugwelle der Auswirkungen durch die russischen Sonderwirtschaftsmaßnahmen im vergangenen Sommer hat die heimischen Apfelproduzenten in starke Bedrängnis gebracht. Die Folgen zeigen sich in der Exportbilanz deutlich. „Wir hoffen auf ein starkes Jahresendgeschäft und sind überzeugt, dass sich österreichische Güte langfristig durchsetzen wird“, ist der Chef der AMA-Marketing zuversichtlich.


Heimmarkt: Regionalität und Frische ziehen
Positive Entwicklungen am Heimmarkt schaffen ein wichtiges Standbein für die österreichische Lebensmittelwirtschaft. Seit längerem steigt der mengenmäßige Absatz von Frischeprodukten im Handel wieder. Vor allem Käse, Obst und Gemüse entwickeln sich sehr gut, Fleisch, Wurst  und Schinken halten ihr Absatzniveau bzw. stiegen im ersten Halbjahr leicht an (Chart 7).

Die Marktanteile bei biologischen Nahrungsmitteln erhöhen sich von Jahr zu Jahr. Sie liegen derzeit bei rund acht Prozent über alle Frischeprodukte exkl. Brot und Gebäck (Chart 8). Blass deutet dies einerseits als Hinweis auf mehr Wertschätzung und Aufmerksamkeit für Lebensmittel allgemein. Andererseits bestätigt dieser Trend die Neuausrichtung des AMA-Biosiegels. „Wir haben aus einem Bio-Erkennungszeichen ein echtes Gütesiegel für Lebensmittel aus biologischer Produktion gemacht. Der Handel trägt die neuen Kriterien des AMA-Biosiegels voll  mit. Das zeigt, dass er die Konsumentenwünsche versteht und darauf eingeht“, so Blass.

Einen weiteren wesentlichen Part zur positiven Entwicklung tragen die vielfältigen Vertriebsschienen mit ihrem Engagement für regionale Spezialitäten bei. „In den Gütesiegel-Richtlinien haben wir seit kurzem objektive und transparente Kriterien für Regionalitätsangaben und besondere Produktionsweisen festgelegt – ein zusätzliches Alleinstellungsmerkmal bei unserem Siegel“, erklärt der Chef der AMA-Marketing.

AMA-Kampagne für mehr Wertschätzung
Trotz manch zuversichtlicher Aspekte möchte Blass besonderes Augenmerk auf die prekäre Situation der Landwirtschaft lenken, „denn dort wo die Produktions- und Wertschöpfungskette beginnt, herrscht derzeit starker Druck, und das in ganz Europa. Unsere Milchbauern und Schweinehalter erarbeiten konkrete Werte, die in Europa einzigartig sind, beispielsweise die gentechnikfreie Produktion der österreichischen Milch.“ Die AMA startet daher im Herbst eine neue Kampagne, die die Leistung der Land- und Lebensmittelwirtschaft und deren Mehrwert vor den Vorhang stellt. „Wir wollen damit das Wertebewusstsein für jene Nahrungsmittel stärken, die aus regionalen Kreisläufen stammen und unter strengen Auflagen entstehen. So produzierte Lebensmittel verdienen unsere Wertschätzung ganz besonders“, erklärt Blass.


Rückfragehinweis:
Manuela Schürr, Unternehmenskommunikation
Tel. 01/33151-401, 0664/83 76 178, manuela.schuerr(at)ama.gv.at