AMA - Marketing
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Spurensuche

Das Milchpackerl, Herr H. und der Täter


Sicher und mit höchster Qualität erreichen die Milchprodukte das Geschäft. Das ist doch selbstverständlich. Ist es das? Für die AMA berichtet aus der Molkerei Aschbach: Theresa Eichhorn.

Haube auf, Hände waschen, durch die Desinfektionsschleuse hinein zum Arbeitsplatz. Eine selbstverständliche Routine für Aschbach-Qualitätsmanager Gerhard Haubenberger. Seine Aufgabe: den Bösewicht zu finden. In diesem Fall krankmachende Bakterien, auch Pathogene genannt. Das ist wie die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen zu suchen. Der Heuhaufen ist in diesem Fall eine Million Liter Milch. Die Nadel ist nur ein einzelnes Bakterium. 

Hygieneschleuse

Auch heute ist Gerhard Haubenberger dem Täter „Bakterium“ auf der Spur. Dabei ist er nicht alleine. Gemeinsam mit seinem Team identifiziert und eliminiert er Täter um Täter um Täter. Dazu haben Haubenberger und sein Team ein ganzes Arsenal an Fallen. Sie stehen in jedem Arbeitsbereich, von der Milchabholung beim Landwirt bis zum Verpacken der Milchprodukte in der Molkerei. Für Übeltäter gibt es kein Entrinnen. Das Konzept hinter diesen Fallen heißt HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Point). Das HACCP hilft potentielle Gefahren für die Lebensmittelsicherheit zu erkennen und zu überwachen. In der Molkerei Aschbach gibt es zehn dieser kritischen Kontrollstellen. Dort schauen die Mitarbeiter besonders genau hin. Bei der Erhitzung der Milch, beispielsweise. Die Bösewichte, auch Pathogene genannt, haben keine Chance. 

So wie die Polizei im Planquadrat Verkehrsteilnehmer kontrolliert, kontrolliert Haubenberger die Milchprodukte. Täglich werden rund 1.000 Proben im hauseigenen Labor auf ihre chemischen, physikalischen, mikrobiologischen und allergenen Eigenschaften untersucht. Geprüft auf Herz und Nieren würde man anderswo sagen, übertragen aufs Milchbusiness vielleicht: Getestet auf Lactose und Eiweiß. Auch in der Sensorik müssen alle Milchprodukte überzeugen. Deshalb werden jeden Morgen 160 Produkte auf Aussehen, Geschmack, Konsistenz und Geruch überprüft. Nur Produkte, die diese knallharten Untersuchungen ohne Probleme meistern, dürfen in die Freiheit des Supermarktes entlassen werden. 

Haubenberger macht die nächsten Schritte, buchstäblich. Er beginnt seinen Rundgang bei der Milchanlieferung. Hier wird die Milch vom Milchsammelfahrzeug in einen der acht Rohmilchtanks gepumpt. Diese sind natürlich streng getrennt in bio, gentechnikfrei oder nach einer bestimmten Region. Milch ist eben nicht gleich Milch. Weiter geht’s zur Zentrifuge, wo der Fettgehalt der Milch eingestellt wird. Es folgt der Pasteur. Das ist kein französischer Kollege, sondern ein Gerät, in dem die Milch erhitzt und dadurch keimfrei gemacht wird. Alles ruhig, zu ruhig. Herr Haubenberger wandert durch die Räumlichkeiten. Zuerst kontrolliert er die Topfen- und Frischkäseherstellung. Danach ein prüfender Blick auf die Butterherstellung. Scheint alles gut zu sein. Tapfer dreht sich die Butter im Kreis und verklumpt plangemäß. Auch im Becherwerk keine Auffälligkeiten. Becher für Becher wird befüllt, verschlossen und zum weiteren Transport verpackt. Die Milchpackerln schießen an vertikalen Förderbändern flott durch die Decke und von dort weiter zum Abpackplatz. GPS gesteuerte Staplerroboter flitzen wie von Geisterhand bewegt durch die Gegend, um Paletten voller Milchprodukte an den richtigen Platz zu chauffieren.

Letzte Station auf dem bisher erfolglosen Rundgang ist das Hochregallager. Plötzlich saust der Regalbedienroboter(RBR) mit einer Geschwindigkeit von 40 km/h an Herrn Haubenberger vorbei. Offenbar will der RBR flüchten. In 50 Metern Höhe versteckt er sich in der letzten Ecke neben einer Palette Fruchtjoghurts. Jetzt hat Herr Haubenberger den Übeltäter entdeckt: es ist kein krankmachender Keim, es ist der RBR. Der RBR? Ja, denn er wurde der Raserei überführt. 40km/h sind eindeutig zu viel! Das Böse ist wieder einmal besiegt. Es wird alles getan für die Sicherheit und die höchste Qualität der Milchprodukte. Herr Haubenberger schnappt sich ein Milchpackerl und geht nach Hause.

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