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Über Milch-Hooligans

Wie verhindere ich, dass Milch ranzig wird?

Ich nicht, Du nicht, niemand kann das verhindern. Auch wenn es schwer fällt, sich das einzugestehen, aber in diesem Fall ist die Milch dem Menschen überlegen. Allerdings können wir den Prozess des Sauerwerdens kraft unseres humanoiden Genies verzögern.

Was braucht der Mensch zur Problemlösung als Erstes? Genau, einen Schuldigen. Das ist in dem Fall das Milchsäurebakterium. Es ist eine Art Milch-Hooligan, dessen Lebenszweck darin besteht, den lieblichen Milchzucker (Laktose, wie die Lateiner unter uns sagen) zu zerstören und zu Milchsäure abzubauen. Die Milchsäure ist ebenfalls ein A…hloch, gibt die erlittene Misshandlung weiter und „zernepft“ ihrerseits hurtig das Milcheiweiß, ganz nach dem Motto: Wenn ich sauer bin, sollen gefälligst alle drunter leiden. Das Milcheiweiß flüchtet panisch irgendwohin, vergisst alles und klammert sich, einmal außer Atem, verzweifelt und gänzlich unkoordiniert am nächstbesten Kollegen fest. So entstehen die Klumpen in der ranzigen Milch.

Man kann diesen Prozess verlangsamen, indem man den Milchsäurebakterien Energie entzieht. Das ist es nämlich, was ein handelsüblicher Kühlschrank gemeinhin tut: Kühlen = Energie entziehen.

Oder indem man sich darum bemüht, weniger dieser depperten Bakterien in der Milch zu haben. Pasteurisieren ist eine sehr beliebte Möglichkeit, ultrahocherhitzen (H-Milch) eine andere, wenn auch ungleich radikalere. Die Milch ist dann biologisch tot – solange sie ungeöffnet bleibt. Beim Öffnen stürzen sich nämlich sofort Bakterien aus der Luft in die Milch, vermehren sich dort wie Karnickel auf Viagra und sekkieren alsbald die Flora der Milch. 

Wesentlich besser ist es jedoch, die Milch auszutrinken, ehe die Hooligans genügend Kraft für ihr zerstörerisches Werk gesammelt haben. Dieser Zeitpunkt ist auf der Milchpackung in Form eines Datums genannt: Die MHD – Milch Hooligan Deadline. Oder so ähnlich.

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