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Der strukturierte Auslauf

Sind alle Hühner gern an der frischen Luft oder gibt es unter ihnen auch Stubenhockerinnen?


(© Johannes Hloch)

Die Ansprüche eines Huhns sind überschaubar: Ausgewogenes Futter, genügend Auslauf, die Möglichkeit zu scharren, Sozialkontakte zu Artgenossinnen, ein geschütztes Nest zum Eierlegen, Sand fürs Staubbad sowie erhöhte Sitzstangen für eine entspannte Nachtruhe.

Bio-Hühner haben das Glück, dass diese Bedürfnisse sicher berücksichtigt werden und sie ihre angeborenen Verhaltensweisen auch ausleben können. In Sachen Auslauf gilt es allerdings einiges zu beachten: Hühner sind nicht als besonders mutig bekannt. Kein Wunder, sie sind schließlich auch Fluchttiere. Für Sicherheit und Wohlbefinden brauchen sie daher im Auslauf unterschiedliche Strukturen, die sie vor Wind, Regen, Sonneneinstrahlung und Raubvögeln schützen. Sandbad und Grünpflanzen nicht zu vergessen. Knut Niebuhr beschäftigt sich mit der optimalen Auslaufgestaltung und weiß, dass die „Möblierung” des Grünauslaufs eine wesentliche Voraussetzung für zufriedene Hühner ist: (Obst)Bäume, Sträucher, Grünpflanzen, Sandbäder, Strohballen usw. bieten den Tieren Schutz- und Deckungsmöglichkeiten und ermöglichen das Ausleben natürlicher Verhaltensweisen. Die Hühner sind beschäftigt und somit deutlich ausgeglichener, wodurch auch Verhaltensstörungen wie Federpicken oder Kannibalismus weitestgehend ausbleiben.

Wie gut der Auslauf genutzt wird, hängt neben dessen Gestaltung auch von der Gewöhnung der Tiere ab. Manche Hühner müssen allerdings erst überredet werden den schützenden Stall zu verlassen – das Locken mit Körnern oder aufmunterndes Zurufen macht auch den Stubenhockerinnen Beine.

zitiert nach: Klingbacher, E., R. Geßl, A. Martos, B. Köcher-Schulz in „Vier Farben Bio - Ausstellungskatalog Bio-Wissensmarkt No. 1-4“, Freiland Verband, 2018; bestellbar unter office(at)freiland.or.at

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