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Die Gras-Milch

Warum bleiben uns mehr Lebensmittel, wenn Kühe weniger Milch geben dürfen?


(© Reinhard Geßl)

Kühe fressen Gras und erzeugen daraus mit Hilfe von Mikroorganismen, die in ihrem Pansen leben, das hochwertige Lebensmittel Milch. Das komplexe Verdauungssystem von Rindern ist auf die Verwertung von Rohfasern spezialisiert. Doch seit einigen Jahrzehnten landen in den meisten Wiederkäuermägen auch große Mengen an Getreide und Soja. Das widerspricht den ernährungsphysiologischen Ansprüchen der Kühe und macht sie zu Nahrungskonkurrentinnen des Menschen. Denn die Verfütterung dieser Kraftfuttermittel sorgt zwar für höhere Milchleistungen, doch kommen die Milchkühe dadurch oft an ihre körperlichen Grenzen und „fressen” mitunter mehr an Energie und Proteinen in Form von potenziell für die menschliche Ernährung nutzbaren Ressourcen, als sie daraus selbst in Form von Milch und Fleisch produzieren. Anders gesagt – Kühe, die viel Getreide fressen, geben zwar mehr Milch als ihre mit Gras und Heu gefütterten Kolleginnen, allerdings geht das auf Kosten der Lebensmittelproduktion.


Für Paul Ertl ist daher klar: Kühe sollten, wie in der Biotierhaltung üblich, vorwiegend mit Gras und anderen faserreichem Raufutter versorgt werden. Nicht nur, um den Ansprüchen der Tiere gerecht zu werden. Denn auch wenn diese wiederkäuergerechte Milchviehfütterung klare Leistungsgrenzen vorgibt und die Milchleistung geringer ausfällt – unterm Strich bleiben uns Menschen dadurch mehr Lebensmittel. Ein Argument, das man sich beim Anblick so mancher „Turbokuh” auf der Zunge zergehen lassen sollte.

zitiert nach: Klingbacher, E., R. Geßl, A. Martos, B. Köcher-Schulz in „Vier Farben Bio - Ausstellungskatalog Bio-Wissensmarkt No. 1-4“, Freiland Verband, 2018; bestellbar unter office(at)freiland.or.at

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