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Das „unästhetische” Gemüse

Müssen Gurken schön sein oder zählen die inneren Werte?


(© Reinhard Geßl)

Zu groß, zu klein, zu dick, zu dünn, zu gerade, zu gekrümmt - selbst bei Gemüse geht es heutzutage oft mehr um Optik als um Inhalt. Diese Konzentration auf Äußerlichkeiten trägt mit dazu bei, dass fast die Hälfte der Obst- und Gemüseproduktion weltweit weggeworfen wird bzw. im Laufe des Herstellungs- und Verarbeitungsprozesses verloren geht. Allein österreichische Haushalte werfen jährlich mindestens 157.000 Tonnen an Lebensmitteln weg. Monetär entspricht das einem Wert von zumindest 300 Euro pro Haushalt und Jahr, vor allem aber werden wertvolle Energie-, Land- und Wasserressourcen vergeudet, um Lebensmittel für die Tonne zu produzieren.

Mangelnde Abstimmung entlang der einzelnen Produktions-, Verarbeitungs- und Handelsstufen, erhöhte optische und qualitative Ansprüche, fehlende Einkaufsplanung, falsche Lagerung und übertriebene Vorsicht bei Haltbarkeitsdaten sind wesentliche Faktoren, die zu dieser Verschwendung führen.

„Essen statt wegwerfen!” ist im Gegensatz dazu die Devise von Tobias Judmaier. Deshalb verkocht er für sein Bio-Cateringservice „Iss mich!” Gemüse, das trotz ausgezeichneter Qualität nicht den handelsüblichen Normen entspricht, zu delikaten Speisen, die er in wiederbefüllbaren Gläsern serviert oder per Fahrrad liefern lässt. Pro Portion werden dadurch 300 g Lebensmittel „gerettet” – Bewusstseinsbildung, abgefüllt in Weckgläser sozusagen.

zitiert nach: Klingbacher, E., R. Geßl, A. Martos, B. Köcher-Schulz in „Vier Farben Bio - Ausstellungskatalog Bio-Wissensmarkt No. 1-4“, Freiland Verband, 2018; bestellbar unter office(at)freiland.or.at

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