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Die Hummel

Sind Hummeln wirklich so gemütlich wie sie aussehen?


(© Johannes Hloch)

Rund 80 der 100 wichtigsten Kulturpflanzen und die meisten Wildpflanzen werden von Hautflüglern wie (Wild-)Bienen bestäubt. Ihre Arbeit ist die Voraussetzung für zufriedenstellende Ernten und globale Ernährungssicherung. Bei aller Bienen-Sympathie gilt es die Hummeln nicht zu vergessen. Die pelzigen Verwandten der Honigbienen wirken zwar sehr gemütlich, doch der Schein trügt. Sie fliegen schon ab Außentemperaturen von etwa 5°C, haben kein Problem mit schlechtem Wetter, sind täglich bis zu 18 Stunden unterwegs und besuchen in der gleichen Zeit bis zu fünfmal mehr Blüten als Honigbienen. Monokulturen, Pestizide, der Verlust ihres Lebensraums sowie der Klimawandel setzen allerdings auch den Hummeln stark zu – viele Arten stehen bereits auf der Roten Liste. Die im Biolandbau üblichen Blühstreifen, abwechslungsreiche Fruchtfolgen und der Verzicht auf Pestizide kommen den Hautflüglern hingegen sehr entgegen.

Eine andere Frage, die es in Sachen Hummeln noch zu klären gilt, beantwortet Peter Iwaniewicz in der Kolumne mit dem Titel „Gebrumme” am besten selbst: „Ja, alle der ca. 30 heimischen Hummelarten können (…) stechen. Doch Hummeln sind nicht nur flauschig, sondern auch sanftmütig und selten aggressiv. Freundlicherweise signalisieren sie schon im Voraus, ob sie sich bedroht fühlen. In diesem Fall heben sie ihr mittleres (und nur dieses) Bein und zeigen in Richtung des Angreifers. Dann brummen sie sehr laut, drehen sich auf den Rücken und strecken ihren Hinterleib in die Höhe. Wer das nicht versteht, ist entweder blind und taub oder selbst schuld”.

zitiert nach: Klingbacher, E., R. Geßl, A. Martos, B. Köcher-Schulz in „Vier Farben Bio - Ausstellungskatalog Bio-Wissensmarkt No. 1-4“, Freiland Verband, 2018; bestellbar unter office(at)freiland.or.at