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Der Bruder der Legehenne

Warum haben die meisten Legehennen keine Brüder?

(© Johannes Hloch)

Während das Bankivahuhn, von dem unsere heutigen Hochleistungshühner abstammen, völlig entspannt nur 10 bis 15 Eier im Jahr legte, produzieren Hühner heute über 300 Eier jährlich.

Die ursprünglichen Zweinutzungsrassen, die sowohl Eier als auch Fleisch lieferten, verschwanden mit zunehmender Spezialisierung, stattdessen werden in der modernen Geflügelzucht Tiere gezüchtet, die entweder eine hohe Lege- oder eine hohe Mastleistung erbringen. Legehennenhybride legen zuverlässig viele Eier, Masthühnerhybride setzen innerhalb weniger Wochen viel Fleisch an. Die Brüder der Legehennen können weder das eine noch das andere und werden daher direkt nach dem Schlupf getötet und entsorgt bzw. zu Tierfutter verarbeitet.

Doch für sie gibt es einen Silberstreif am Horizont: In einer Grundsatzentscheidung haben sich 2016 alle österreichischen Bio-Eierproduzent/innen dazu verpflichtet, die Brüder der Legehennen aufzuziehen und zur Hähnchenmast zu verwenden. Die Hennen der dafür verwendeten Zweinutzungshybride sind besonders robust und legen noch ein paar Eier mehr als die gängigen Züchtungen. Mit dem so erwirtschafteten Mehrerlös kann auch die Fleisch-Vermarktung der Hähne forciert werden.

Neben zahlreichen Akteur/innen aus der Bioszene hat sich auch Martina Hörmer für diese Lösung eingesetzt. Gemeinsam werden nun innovative Lösungen gesucht, um die Junghähne entsprechend zu vermarkten. Dabei wäre es doch eigentlich ganz einfach: wir Konsument/innen gönnen uns hin und wieder einen Junghahn, der mit festem und saftigem Fleisch kulinarisch überzeugt, und essen die Eier, die die Schwestern gelegt haben.

 

zitiert nach: Klingbacher, E., R. Geßl, A. Martos, B. Köcher-Schulz in „Vier Farben Bio - Ausstellungskatalog Bio-Wissensmarkt No. 1-4“, Freiland Verband, 2018; bestellbar unter office@freiland.or.at