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Der biologische Pflanzenschutz

Warum wirken männliche Apfelwickler in Bio-Obstgärten so verwirrt


(© Johannes Hloch)

Nur zwanzig Millimeter beträgt die Flügelspannweite des Apfelwicklers, einem Falter, dessen Raupen zu den wichtigsten tierischen Schaderregern im Kernobstanbau zählen und für „wurmige” Äpfel sorgen. Auch im Bio-Obstbau macht der Schädling den Bäuerinnen und Bauern zu schaffen. Allerdings setzt man hier statt auf „Chemie” unter anderem auf Pheromone, um die Schädlinge in Schach zu halten. Diese Sexualduftstoffe sind für Mensch und Tier vollkommen harmlos, sorgen aber unter den Apfelwicklermännchen für totale Verwirrung: Durch die „Duftwolke” orientierungslos, finden sie die Weibchen nicht mehr – der Nachwuchs bleibt aus. Neben der Verwirrungstaktik kann mit Hilfe von Pheromonfallen auch der Flugverlauf von Schadschmetterlingen zuverlässig erfasst werden: Die Anzahl der Tiere in der Pheromonfalle gibt Aufschluss über die Populationsdichte des Schädlings und ist ein gutes Entscheidungskriterium, ob und welche Pflanzenschutzmaßnahmen sinnvoll erscheinen.


Renate Prettenhofer kennt nicht nur Strategien, um Schädlinge zu verwirren – wie ihre Berufskolleg/innen ist ihr vor allem die Förderung von Nützlingen ein zentrales Anliegen. Mit Hecken, Blühstreifen oder Streuobstwiesen werden diesen „Nutztieren” Lebensraum, Nahrungsund Rückzugsmöglichkeiten geboten, gleichzeitig wird die Stabilität von Agrar-Ökosystemen erhöht. Das zahlt sich auch aus, denn in der „Schädlingsbekämpfung” leisten Nützlinge ganze Arbeit.

zitiert nach: Klingbacher, E., R. Geßl, A. Martos, B. Köcher-Schulz in „Vier Farben Bio - Ausstellungskatalog Bio-Wissensmarkt No. 1-4“, Freiland Verband, 2018; bestellbar unter office(at)freiland.or.at