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Außenhandelsbilanz so gut wie lange nicht mehr

(Berlin, 17. Jänner 2020) Die Ausfuhren von Agrarwaren und Lebensmitteln stiegen im abgelaufenen Jahr um 6,5 Prozent gegenüber 2018. Laut ersten Hochrechnungen wurden in den Zollkapiteln 1 bis 24 Waren im Wert von 12,3 Milliarden Euro exportiert.

2019 standen den Ausfuhren wertmäßige Importe von 12,7 Milliarden Euro gegenüber. Die Außenhandelsbilanz ist damit so gut wie seit langem nicht mehr (Charts 1 und 2). 

Acht Prozent der gesamten Waren- und Dienstleistungsexporte Österreichs entfallen auf Agrarwaren und Lebensmittel (Chart 3). Zwei von drei Produkten der Lebensmittelindustrie – also der Zollkapitel 16 bis 24 – werden exportiert. „Die Landwirtschaft und die Lebensmittelproduzenten sind damit unverzichtbarer Teil der österreichischen Wirtschaftsleistung“, erklärt Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing, anlässlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin. 

Schwerpunkt Europa
Der europäische Raum und ganz besonders die Nachbarländer Deutschland und Italien sind aufgrund ihrer geografischen Nähe die bedeutendsten Zielmärkte. Rund drei Viertel des Exportvolumens entfallen auf diese Märkte. Mehr als ein Drittel der weltweiten agrarischen Exporte Österreichs erreicht Deutschland (Chart 4). Italien folgt mit 1,2 Milliarden Euro an zweiter Stelle, die USA liegen auf Platz 3 (Chart 5).

Käse ist im Agrarexport weit vorne
Die wichtigste Produktgruppe im Agrarexport sind unangefochten alkoholfreie Getränke. Auf Platz zwei und drei folgen Tierfutter und Käse. Weitere bedeutende landwirtschaftsnahe Warengruppen unter den Top 10 sind Fleischzubereitungen, Rind- und Schweinefleisch sowie Milch und Rahm (Chart 6). Seit Österreichs EU-Beitritt konnten die Ausfuhren österreichischer Export-Klassiker − allen voran von Käse und Fleischzubereitungen – um 600 Prozent gesteigert werden (Chart 7). 

Ein Drittel der Lebensmittel-Exporte geht nach Deutschland 
2019 hat Österreich Lebensmittel und Agrarwaren im Wert von 4,4 Milliarden Euro nach Deutschland exportiert. Das entspricht einem Plus von 7,5 Prozent. Die traditionell negative Handelsbilanz mit Deutschland war für Österreich noch nie so günstig wie im vergangenen Jahr (Chart 8).

Landwirtschaftliche Produkte spielen für den Deutschland-Export eine tragende Rolle. Fleisch und Fleischzubereitungen sowie Milch und Milchprodukte bilden die Spitze bei den Ausfuhren (Chart 9). Bei diesen Produktgruppen wurde 2019 auch mehr exportiert als importiert (Chart 10). Einen Exportzuwachs (plus 8 Prozent) erreichte die größte Warengruppe der Fleischzubereitungen. Hier wird dreimal so viel von Österreich nach Deutschland verbracht wie umgekehrt (Chart 11). 

Auch die Export-Erfolgsgeschichte der österreichischen Käse wurde mit Deutschland-Exporten im Wert von 375 Millionen Euro fortgeschrieben. Das entspricht einer Steigerung von 3,8 Prozent. Während früher mehr Käse aus Deutschland importiert als exportiert wurde, hat sich die Entwicklung mit dem Jahr 2005 umgekehrt. Inzwischen übersteigen die Ausfuhren die Einfuhren deutlich (Chart 12). Ähnlich zeigt sich die Situation bei Geflügelfleisch. Hier erfolgte die Trendwende im Jahr 2015 (Chart 13). 

Im Vergleich dazu exportiert Österreich wenig Butter, denn sie wird in erster Linie für den Heimmarkt produziert. Der Grund besteht darin, dass die heimischen Molkereien das Milchfett zu hochwertigem Käse veredeln. „Butter ist ein international gehandelter Rohstoff. Hier entscheidet der Preis. Österreich führt fast drei Viertel der Butter aus Deutschland ein und verwendet diese Mengen zum großen Teil in der Lebensmittelverarbeitung“, erklärt Blass (Charts 14 und 15).

Neuer Auftritt der AMA
2020 ist vieles neu auf der Grünen Woche: Nach der kompletten Neukonzeption des Auftrittes auf b2b-Messen (SIAL, ANUGA) wurde auch der AMA-Stand bei der Grünen Woche einem deutlichen Facelift unterzogen. Die österreichischen Aussteller präsentieren sich in der Halle 4.2 unter dem neuen Slogan „Land der Berge“; die bisherige Ausstellungsfläche wird renoviert. Gemeinsam mit der Schweiz und anderen Alpenländern zeigt diese Halle die Vielfalt der Produkte aus dem Berggebiet.

„Unsere deutschen Nachbarn denken spontan an Berge, wenn von Österreich die Rede ist. Völlig zu Recht, denn immerhin liegen 70 Prozent der Landwirtschaftsbetriebe im Berggebiet. Wir wollen kommunizieren, wofür die Bewirtschaftung in den Bergen steht: Sie hält Traditionen lebendig, die einzigartige Spezialitäten hervorbringen. Daneben ist sie immens wichtig für den Tourismus, für den Erosionsschutz und die ökologische Nachhaltigkeit generell“, erklärt Franz Windisch, Aufsichtsratsvorsitzender der AMA-Marketing. 

„Beim neuen Auftritt steht der Berg als Zeichen für eine naturnahe, kleinstrukturierte Bewirtschaftung im Alpenraum im Mittelpunkt“, erklärt Margret Zeiler, AMA-Exportmanagerin. Der neue Messestand soll die spezielle Atmosphäre des „Landes der Berge“ in Berlin spürbar machen, beispielsweise durch die Verwendung von simplen, aber hochwertigen Naturmaterialen bis hin zu einem echten Baum. 

Über die Grüne Woche
15 Aussteller präsentieren in der Halle 4.2 die kulinarische Vielfalt Österreichs. Die Internationale Grüne Woche (IGW) ist mit mehr als 1.700 Ausstellern, hunderttausend Produkten und rund 400.000 Besuchern eine der weltweit größten internationalen Verbrauchermessen für die Land- und Lebensmittelwirtschaft und den Gartenbau. Aussteller aus siebzig Ländern präsentieren von 17. bis 26. Jänner 2020 auf 115.000 Quadratmeter ihre Leistungen. Als offizielles Partnerland fungiert heuer Kroatien. 


 

 

DI Manuela Schürr

Leiterin Unternehmenskommunikation

2020
Pressemitteilung

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