Legehennen:

Haltung & Bedürfnisse

Legehennenhaltung in Österreich

Legehennen in Österreich leben in einer von drei in Österreich zulässigen Haltungsformen: Boden-, Freiland- oder Biohaltung.


Für jede Haltungsform gibt es genaue Vorgaben, sowohl auf EU-, als auch auf nationaler Ebene.

Anforderungen an die Legehennenhaltung

Anforderungen an die Legehennenhaltung

Ziel der Vorgaben ist es, zentrale Bedürfnisse von Legehennen in der Haltung zu berücksichtigen. Dazu zählen unter anderem Ruhebereiche, Möglichkeiten zum Picken und Scharren, geeignete Stallbedingungen sowie Futter- und Wasserversorgung.


Vorgeschriebene Maßnahmen sind:

  • erhöhte Sitzstangen zum Ausruhen und Schlafen
  • eingestreute Boden- oder Scharrflächen zum Picken und Scharren
  • natürliche oder mechanische Lüftungsanlagen in geschlossenen Ställen
  • geeignete Belichtung im Stall
  • möglichst geringer Lärmpegel
  • Bereitstellung von Nestern zum Eierlegen
  • bedarfsgerechte Fütterung und mindestens zwei Tränkvorrichtungen in Reichweite der Tiere
  • regelmäßige Reinigung der Anlagen
  • in der Freiland- und Biohaltung Zugang zu Auslauf mit Schutzmöglichkeiten


Legehennenhaltung: die unterschiedlichen Formen

Bodenhaltung von Legehennen

Bei Legehennen ist die Bodenhaltung mit rund 56 Prozent Marktanteil die häufigste Haltungsform in Österreich (Stand: März 2025).

Hennen in Bodenhaltung verbringen ihr Leben in Ställen.

Dort befinden sich Futtereinrichtungen, Nester (mit Einstreu bzw. Unterlage) und erhöhte Sitzstangen. In manchen Ställen leben die Tiere auf bis zu vier Ebenen („Voliere“).

So können sich die Hennen besser verteilen, haben mehr Bewegungsfreiheit und es kommt zu einer natürlichen Rangordnung.

Die Legehennen müssen immer Zugang zu Wassertränken und zu den Fütterungsvorrichtungen haben.

Bei Volierenhaltung befinden sich die Legenester meistens in der mittleren Ebene. Weil Hennen ihre Eier gerne dort legen, wo es dunkel, ruhig und frei von Zugluft ist, sind die einzelnen Nester durch einen Vorhang voneinander getrennt. Zum Schlafen begeben sich die Tiere instinktiv auf die Sitzstangen.

Die Anzahl der Tiere im Stall ist bei Bodenhaltung gesetzlich nicht limitiert. Im AMA-Gütesiegel-Programm gibt es jedoch sehr wohl eine Begrenzung. Die Richtlinien geben vor, dass sich in einer Stalleinheit maximal 24.000 Legehennen befinden dürfen. Die Gruppengröße ist auf 6.000 Tiere beschränkt.

Direkt am Ei ist diese Form der Legehennenhaltung durch die Zahl 2 auf dem Stempelcode erkennbar.


Legehennen in Freilandhaltung

Wird die Bodenhaltung durch einen Auslauf ins Freie erweitert, spricht man von Freilandhaltung. Das heißt, dass sich Legehennen in Freilandhaltung sowohl im Stall als auch im Freien aufhalten können.

Die Bedingungen im Stall können jenen der Bodenhaltung entsprechen. Das heißt, im Stall stehen den Tieren Sitzstangen, Legenester, Futtereinrichtungen, Tränken und eingestreute Scharrräume zur Verfügung.


Manche Betriebe bieten ihren Legehennen auch einen sogenannten „Wintergarten“ (Außenscharrraum) an. Dabei handelt es sich um einen eingestreuten überdachten Außenbereich, der auf mindestens einer Seite nur durch Gitter oder Windnetze begrenzt ist. Dort und im Freien haben die Tiere Platz, um zu picken, zu scharren, Sandbäder zu nehmen und für sonstiges artübliches Verhalten.


Für Freilandhaltung gelten Vorgaben zum tagsüber zugänglichen Auslauf; nähere Anforderungen ergeben sich aus den jeweiligen Rechts- und Programmvorgaben.


Damit die Tiere den Auslaufbereich gerne nutzen, sind protektive Elemente wie Unterstände, Bäume und Sträucher erforderlich. Diese bieten Schutz vor Sonne, Regen und Raubvögeln.


Eier aus Freilandhaltung tragen die Zahl 1 auf der Schale.

Haltung von Bio-Legehennen

Ähnlich wie in der Freilandhaltung haben Hennen auch in der Bio-Haltung Stall und Auslauf. Der Unterschied zwischen Freiland- und Biohaltung liegt darin, dass in der Bio-Haltung pro Tier mehr Platz im Stall geboten wird. Zudem gibt es kleinere Gruppen mit maximal 3.000 Hühnern. Legehennen erhalten ausschließlich Biofutter.

Die Junghennen stammen nur von Bio-Betrieben. Regelmäßige Bio-Kontrollen überprüfen die Einhaltung der Vorschriften. Bio-Eier tragen die Zahl 0 auf ihrer Schale.

Käfighaltung von Legehennen

Die konventionelle Käfighaltung für Legehennen, auch als "Legebatterie" bekannt, war in der Vergangenheit ein auch in Österreich verbreitetes System.

Die Hennen wurden dabei in engen Käfigen gehalten, in denen jedem Tier weniger Platz als ein DIN-A4-Blatt zur Verfügung stand. Mangelnde Bewegungsmöglichkeiten und fehlendes Sonnenlicht galten als Hauptprobleme.

Österreich führte 2009 ein Verbot dieser Form der Legehennenhaltung ein. Die EU schloss sich im Jahr 2012 an. Eine etwas verbesserte Variante sind die sogenannten „ausgestalteten Käfige“, bei denen die Hühner ein bisschen mehr Platz hatten. In Österreich waren diese „ausgestalteten Käfige“ bis 2020 erlaubt.

Im AMA-Gütesiegel-Programm ist jede Form der Käfighaltung seit 2001 ausnahmslos verboten.

Direkt am Ei ist diese Form der Legehennenhaltung durch die Zahl 3 erkennbar.

Standards der Geflügelhaltung für Legehennen

Bodenhaltung
Freilandhaltung
Biohaltung
Vorgeschriebene Maßnahmen
AMA-Gütesiegel Eier - Kriterien für Legehennenbetriebe

Grafische Darstellung der Standards bei Legehennen

Die Vorgaben zur Legehennenhaltung berücksichtigen zentrale Anforderungen wie Ruhebereiche, Picken und Scharren, Stallbedingungen sowie Futter- und Wasserversorgung.


Standards der Geflügelhaltung für Legehennen
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Legehennen: Fütterung und Versorgung

In ihrer natürlichen Umgebung verbringen Hühner den Großteil des Tages auf der Suche nach Körnern und Insekten mit Scharren und Picken.


Das Futter für Legehennen besteht etwa zu einem Viertel aus Mais und einem Viertel aus Weizen. Dazu kommen Sonnenblumenpresskuchen, Futtererbsen oder Ackerbohnen, eiweißreiche Sojabohnen und eine ausgewogene Mineralstoffmischung mit hohem Kalkanteil und Vitaminen.


Schon gewusst, ...

... dass im Jahr 2025 rund 13 Prozent der Legehennen in Bio-Haltung, 31 Prozent in Freiland- und rund 59 Prozent in Bodenhaltung gehalten wurden?


Die Haltungsformen der Legehennen ist auf jedem Ei am Code erkennbar.

Die erste Zahl steht dabei für die Haltungsform der Legehennen:

  • 0 Biohaltung
  • 1 Freilandhaltung
  • 2 Bodenhaltung
  • (3 ausgestaltete Käfighaltung)

Mehr Infos zum Eiercode

AMA-Gütesiegel Eier: diese Kriterien gelten für Legehennenbetriebe

Sämtliche Anforderungen für teilnehmende Landwirtinnen und Landwirte sind in der AMA-Gütesiegel-Richtlinie „Legehennenhaltung" festgelegt.


Ihre Einhaltung wird nach dem Prinzip des 3-stufigen-Kontrollsystems kontrolliert.

Hier einige Beispiele der Anforderungen:

  • Anzahl der Tiere

    Die AMA-Gütesiegel-Richtlinien geben vor, dass sich maximal 24.000 Legehennen pro Stalleinheit befinden dürfen. Die Gruppengröße ist auf 6.000 Tiere beschränkt.

  • Besatzdichte

    Auch die Besatzdichte, also wie viele Tiere auf einer bestimmten Fläche gehalten werden dürfen, ist genau festgelegt. Sie ist abhängig von der Anzahl der nutzbaren Ebenen. Ist mehr als eine Ebene vorhanden, dürfen bis zu neun Tiere pro Quadratmeter gehalten werden.


  • Verpflichtender Außenscharrraum bei Neu- und Umbauten

    Das AMA-Gütesiegel gibt außerdem vor, dass bei allen Neu- und Umbauten von Freiland- und Bio-Stallungen ein Außenscharrraum eingerichtet werden muss. Ein Außenscharrraum ist ein befestigter, eingestreuter, überdachter und abgegrenzter Außenbereich, der auf mindestens einer Seite nur durch Gitter oder Windnetze begrenzt ist. Dieser muss mindestens 20 Prozent der nutzbaren Fläche umfassen, ein sogenanntes Außenklima aufweisen und tagsüber für die Legehennen uneingeschränkt zugänglich sein.

  • pastus+-zertifizierte Futtermittel

    Zugekaufte Einzel- und Mischfuttermittel müssen pastus+-zertifiziert sein. Beim Futtermittel-Direktzukauf von landwirtschaftlichen Betrieben (z. B. für Getreide, Mais) ist eine pastus+-Zertifizierung nicht erforderlich.


    Viele Betriebe setzen freiwillig auf eine gentechnikfreie Fütterung.

360°- Touren von echten Legehennenbetrieben

Legehennenbetrieb Bodenhaltung 360°

Hier können Sie sehen, wie es auf einem AMA-Gütesiegel Betrieb mit Bodenhaltung aussieht.

Legehennenbetrieb Freilandhaltung 360°

Unsere 360°- Tour ermöglicht Ihnen einen direkten Blick auf einen AMA-Gütesiegel-Betrieb mit Freilandhaltung.

Bio-Legehennenbetrieb 360°

Welche Bedingungen bei einem Bio-Legehennenbetrieb vorherrschen, zeigt diese 360°- Tour.

Häufig gestellte Fragen zur Legehennenhaltung

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