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Fliegende Helfer des Biogärtners:

Disteln für den Distelfink

Ein wild gewordener Bio-Garten – was viele Gartenbesitzer zu vermeiden versuchen, freut den Stieglitz besonders. Denn dort findet der Vollzeitvegetarier einen reichlich gedeckten Tisch. Obendrein fördert man durch „Nichtstun“ die Artenvielfalt.

Wer ihn sieht, könnte sich ihn genauso gut im Blätterdach eines Regenwaldes herumturnend vorstellen. Doch in Wirklichkeit turnt der farbenprächtige Stieglitz äußerst gekonnt auf den Blütenköpfen heimischer Pflanzen umher. Distelfink – so wird er auch genannt. Und der Name ist Programm. Denn der kleine Finkenvogel bevorzugt als Nahrung die Samen von Disteln aller Art, die er mit seinem spitzen Schnabel geschickt herauspickt. Doch auch die Samen von Karden, Flockenblumen oder vom Löwenzahn werden gerne verzehrt.

Grüne Wüste

Schon ab dem Sommer schließen sich die geselligen Vögel zu kleinen Trupps zusammen und suchen Wegesränder, Wiesen und Ackerbrachen nach geeigneten Futterpflanzen ab. Jetzt, in der Winterzeit, stürzen sie sich gemeinschaftlich auf die letzten stehengebliebenen Disteln und sonstige Samenstände. Turnen akrobatisch an Stängeln und auf Blütenköpfen herum. Doch wo findet man heute noch Disteln? Nichts ist für den „Vogel des Jahres 2016“ schlimmer, als penibelst und häufig gemähte Wiesen. Grüne Wüste – so könnte man das Nahrungsangebot einer solchen Wiese aus Sicht des Finken beschreiben.

 

In Österreich schwankt der Bestand des Distelfinken, in Deutschland ist er in den letzten Jahren massiv rückläufig. Der Stieglitz ist damit Stellvertreter für viele Singvögel, die unter dem Verlust der naturnahen Landschaft leiden. Dei Verrigerug der unbewirtschafteten Wiesen- und Felfflächen, häufig gemähte Wegesränder und kurz geschorene Rasenflächen in den Gärten beeinträchtigen die Artenvielfalt erheblich.

Buntes Unkraut

Doch mit wenigen Maßnahmen kann man nicht nur dem lebhaften kleinen Vogel, sondern auch einer Vielzahl von Insekten und anderen Kleintieren und somit Nützlingen, helfen. Die allerbeste Maßnahme: Nichtstun. Wer einen Garten besitzt – und sei er noch so klein –, der findet bestimmt eine Ecke, die ungeschoren davon kommen kann. Wer einen Teil der Wiese nicht mäht, kann erleben, wie sich die Vegetation im eigenen Garten entwickelt, wenn man sie lässt. Der wird staunen, wie bunt Unkraut – oder eben nicht Unkraut – werden kann. Und er wird sich freuen, wenn er – bei genauem Hinsehen – eine Vielzahl an kleinen Tieren entdeckt, die hier Nahrung und Zuflucht finden. Tiere, die dem Gärtner nützlich sein können, denn ein naturnaher Bio-Garten fördert das Gleichgewicht zwischen Schädlingen und Nützlingen.