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Gefiederte Nützlinge

Die fliegenden Helfer des Biogärtners

Wenn es früher dunkel wird und erster Schnee die Landschaft bedeckt, wird es für die meisten Vogelarten schwieriger, an Nahrung zu gelangen. Ein naturnah gestalteter Garten hilft den gefiederten Nützlingen im Bio-Garten, gut über den Winter zu kommen.
Bis zu 50 Kilogramm Insekten und anderes Kleingetier verdrückt eine Kohlmeisenfamilie in nur einem Sommer. Das ist eine Menge. Wer bei der Gartengestaltung die Bedürfnisse von Vögeln mitberücksichtigt, kann im Frühjahr vielleicht ein Meisenpaar begrüßen und so einen Beitrag zur Artenvielfalt im und außerhalb des Gartens leisten. Doch nicht nur die Kohlmeise und andere Insektenfresser benötigen zur Brutzeit Unmengen an Insekten. Auch die meisten Körnerfresser bieten den frisch geschlüpften Jungtieren zunächst tierische Kost an. Grund genug also, auch im Winter den „Wohnraum“ Garten für die gefiederten Nützlinge entsprechend zu gestalten.

Eine Kohlmeise füttert ein Junges.

Höhlenbewohner

Alte, knorrige Obstbäume sind mehr als nur Apfel- oder Birnenlieferanten. Sie bereichern das Erscheinungsbild eines Gartens und spenden in der sommerlichen Hitze wohltuenden Schatten. Wenn sie schon älter sind, können – etwa durch abgebrochene Äste – Höhlen entstehen, die nicht nur gern von Höhlenbrütern, wie Meisen oder Schnäpper, angenommen werden. Auch Fledermäuse oder Insekten benötigen für ihre Entwicklung und zum Unterschlupf solche Höhlen.
Wer in der glücklichen Lage ist, einen alten Obstbaum – und sollte er auch keinen Ertrag mehr liefern – im eigenen Garten stehen zu haben, der sollte ihn keinesfalls umschneiden. Vögel und eine Vielzahl an anderen Tieren werden es einem danken. Und wer dies nicht hat, kann den Vögeln mit Vogelnistkästen gut aushelfen.
Im Herbst werden einfach einige Früchte am Baum hängen bzw. am Boden liegen gelassen. Sie dienen vor allem den Weichfutterfressern wie Amseln, Rotkehlchen oder Drosseln als gute Nahrungsquelle.

Ein Rotkehlchen im Hollerstrauch.

Sträuchervielfalt

Im Garten sind Sträucher und Hecken dekorativ und dienen als Sichtschutz. Doch auch die Vögel nutzen diesen Schutz gerne für ihre Zwecke – als gut geschützten Rückzugssort. Etwa die Mönchsgrasmücke oder die Amsel legen ihre Nester im Dickicht an. Wer Beerengehölze gepflanzt hat, kann sich ab Herbst nicht nur an den bunten Beeren erfreuen. Sowohl Weichfutterfresser als auch Samenfresser (wie alle Finkenarten) freuen sich über das reiche Angebot im Winter. Während eine Amsel die ganze Beere verdrückt, pickt sich ein Grünfink geschickt die Samen aus dem Fruchtfleisch.

Wilde Ecken

Ausprobieren lohnt sich: Einfach einen Streifen Wiese oder eine Ecke im Garten für ein Jahr ungemäht lassen. Es ist überraschend, welche Pflanzen plötzlich aus der Erde sprießen. Ein „wild gewordener“ Bereich des Gartens hilft unter den Vögeln vor allem den Samenfressern. Bleiben die abgeblühten Wildkräuter stehen und werden nicht abgemäht, dienen sie Samenfressern wie dem Stieglitz als willkommene Futterquelle, vor allem über den Winter.

Distelfink: Ein Stieglitz landet auf einer Distel.

Diese turnen dann geschickt auf den Samenständen und picken sich mit ihren speziell geformten Schnäbeln die Samen heraus. Doch nicht nur Vögel profitieren von einer wilden Ecke im Bio-Garten. Viele Insekten – darunter auch Nützlinge wie die Florfliege – finden dort einen Rückzugsort und können im Winter in den vertrockneten Stängeln der Pflanzen überwintern.