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Der Umgang mit frostempfindlichen Pflanzen

Frostschutz ist Instinktsache

Jedes Gartenjahr ist anders. Wie lange frostempfindliche Pflanzen zu Winterbeginn noch im Freien bleiben dürfen, hängt nicht zwangsläufig vom Kalenderdatum ab. Was bei draußen kultivierten Bio-Pflanzen vor und während der frostigen Zeit zu beherzigen ist.

Die Gärtnerseele blutet jedes Mal ein bisschen, wenn der Taktiererei rund um die Frage, wie lang man kälteempfindliche Pflanzen schutzlos vor der Türe stehen lassen kann, wieder der ein oder andere Kandidat zum Opfer gefallen ist. Spätestens dann ist klar, es besteht Handlungsbedarf. Besser wäre gewesen, es vorher zu wissen:

Wie lange halten die Bio-Tomaten draußen am Balkon eigentlich noch durch? Müssen sensiblere Pflanzen wirklich sobald die Temperaturen das erste Mal unter 0 Grad sinken, in ein Winterquartier innerhalb der eigenen vier Wände übersiedelt werden? Was genau bedeutet die häufige Empfehlung, dieses oder jenes im Garten „vor dem Frost“ zu erledigen?

F.A.Q. – Frost Associated Questions

Von Frost – ob leicht oder stark ausgeprägt – spricht man ab dem Zeitpunkt, wenn der Gefrierpunkt von Wasser (0 Grad) unterschritten ist und die Temperaturskala Minusgrade erreicht hat. Unterschieden wird zwischen dem sogenannten Kahlfrost – Frost in Bodennähe, der sich auf die Pflanze selbst und die oberste Bodenschicht auswirkt – und dem Bodenfrost, welcher in den Boden eindringt und bis zu den Wurzeln schädigen kann.

 

Je nach ihren botanischen Eigenheiten reagieren Pflanzen ganz unterschiedlich auf eisige Temperaturen. Kälteempfindliche Exemplare sind unter anderem mediterrane Pflanzen (Oleander oder Zitrusbäume) oder auch Fruchtgemüse (wie Tomaten, Zucchini und Kürbisse).

Nicht nur Kälte kann der Erntezeit ein Ende bereiten. Speziell beim Gemüse könne es passieren, dass die Früchte mangels Sonneneinstrahlung jetzt nicht mehr gänzlich reifen, betont Albert Trinkl, Präsident des Bundesverbands für österreichische Gärtner.

Wer jetzt etwa noch unreife Paradeiserfrüchte am Balkon ausreifen lassen möchte, sollte die Pflanze nicht nur mit einer Abdeckung vor der Kälte schützen, sondern auch darauf achten, dass es sich dabei um gut lichtdurchlässigen Kälteschutz – etwa Vlies – handelt, meint der Experte.

Manche betrifft Frost mehr, manche weniger

Aber auch bei frostempfindlichen Sorten muss nicht sofort Alarm geschlagen werden, wenn es draußen friert. Der ideale Einwinterungstermin für kältesensible Pflanzen lässt sich laut Trinkl nicht pauschal festlegen.

„Prinzipiell ist es sicher empfehlenswert, schnell zu reagieren, wenn die Temperatur Richtung 0 Grad geht. In der Stadt kann man sich aber, weil dort mildere Temperaturen im Vergleich zum Land vorherrschen, mehr Zeit lassen.“ So lange die Nächte noch nicht dauerhaft kälter als 2 bis 3 Grad werden, ist es häufig kein Problem, die Pflanzen im Freien zu lassen. In großen Teilen Österreichs gehen die Temperaturen heuer seit Anfang November Richtung Frost, in manch städtischem Mikroklima kann es noch etwas dauern.

Standortcheck: Wie viel Sonneneinstrahlung hat mein Balkon?

Apropos Sonne – wer frostempfindliche Sorten noch draußen kultivieren will, sollte laut Trinkl vor allem die eigenen Standortbedingungen unter die Lupe nehmen. „Es gibt durchaus gut ausgerichtete und besonders sonnige Balkone, auf denen man eventuell noch bis Ende November Gemüse ziehen kann. Wichtig festzuhalten sei, dass das Gartenjahr nicht immer gleich verlaufe – heuer haben wir zum Beispiel im Vergleich zum Vorjahr relativ wenig Sonne genießen können. „Daher ist es wenig sinnvoll, jedes Jahr am selben Stichtag mit dem Einwintern der Pflanzen zu beginnen“, gibt der Gärtner zu bedenken.

 

Instinktfrage und Wetterlage

Jedes Gartenjahr ist also anders und jeden Winter ändern sich somit auch wieder die Voraussetzungen für das Biogärtnern mit Überlänge. Albert Trinkl resümiert: „Wenn der Tag kommt, an dem die Temperaturen für die Pflanzen dauerhaft zu niedrig werden, ist es wichtig, diese zur Vorbeugung nur im trockenen Zustand in einen hellen Raum zu stellen. Sonst kann das Pilzkrankheiten zur Folge haben. Prinzipiell gilt: Wer auf seinen Instinkt hört und außerdem die Wetterlage regelmäßig beobachtet, dem kann eigentlich gar nichts passieren.“