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Gärtnern, wo der Pfeffer wächst

Saatgut aus eigenen Chilipflanzen gewinnen

In vielen Bio-Gärten werden jetzt noch massenhaft Chilis und Paprika reif. Wie können aus frischen Schoten Saatgutreserven fürs nächste Jahr gewonnen werden und worauf ist dabei zu achten?

Paprika, Pfeffer, Pfefferoni, Peperoni, Peperoncini und Chilis – wo liegen hier eigentlich die Unterschiede? Ganz einfach: Botanisch gesehen gibt es keine, es handelt sich bei allen um Capsicum-Arten. Im Handel und dementsprechend auch bei den Bezeichnungen von Saatgut wird differenziert, und zwar in den verschiedenen Weltgegenden auf unterschiedliche Weise.

Als Paprika werden hierzulande meist große und sehr milde Früchte der Gattung Capsicum bezeichnet, als Chilis die schärferen kleinen – mit unzähligen Sortennamen von Jalapeño bis Habanero. Ihren Ursprung haben alle Paprika-Arten in Lateinamerika.

Bevor das Hantieren mit Paprikasorten beginnt, noch eines vorweg: Abhängig von Schärfegrad und Ernteerfolg ist allenfalls davon abzuraten, die Chilis mit bloßen Händen zu verarbeiten. Denn nicht nur der Schärfegrad, sondern auch die Menge der verarbeiteten Früchtchen macht einen Unterschied in Sachen Hautreizungspotenzial, von Schleimhäuten und Augen ganz zu schweigen. Also im Zweifelsfall von Beginn an Garten- bzw. Küchenhandschuhe tragen!

Vorsorge für die nächste Pflanzengeneration

Jetzt zur Erntezeit wissen wir, ob wir mit der heuer gezogenen Sorte so zufrieden sind, dass wir sie auch kommendes Jahr wieder wachsen lassen möchten. Außerdem sind nun auch praktische Erfahrungswerte dazu vorhanden, wie wohl sie sich im gebotenen Klima fühlt und ob sie in unserem Garten gut gedeiht.

Wer erfolgreich mehrere Chilisorten in seinem Garten kultiviert hat, muss jedoch davon ausgehen, dass das Saatgut möglicherweise auch Kreuzungen der Sorten enthält. Wer das keinesfalls riskieren möchte, sollte sortenreine Samen kaufen. Man kann sich aber auch einfach überraschen lassen und abwarten, ob aus dem Saatgut im kommenden Jahr neue Kreuzungen entstehen.

Unerschöpfliche Chiliquelle

Hat man seine Lieblingssorte gefunden, sollte man sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, ein wenig Saatgut zu sichern. Die Samen können entnommen werden, sobald die Schoten komplett ausgereift, aber noch nicht schrumpelig sind. Am leichtesten lassen sich die Samen lösen, indem man die Schote längs aufschneidet und dann die Samen mit einem Messer oder einem Löffel herauskratzt.

Wichtig ist, dass sich kein Fruchtfleisch mehr an den Samen befindet, bevor diese auf ein Stück Küchenrolle oder ein Blatt Papier zum Trocknen an einen warmen, gut belüfteten Ort gelegt werden.

Wie aufbewahren?

Weder trocknen in der prallen Sonne noch im Backrohr ist anzuraten, zu hoch ist die Gefahr, dass die Samen beschädigt werden und nicht mehr keimfähig sind. Nach ein bis zwei Tagen können die Samen in Papiersackerln oder gefalteten Briefchen aus Papier aufbewahrt und mit Sortennamen, einer Beschreibung und eventuell auch Gartenerfahrungen aus dieser Saison beschriftet werden.

Vor Feuchtigkeit geschützt können die Samen mit ein wenig Glück zwei, drei Jahre lang gelagert werden, ohne ihre Keimfähigkeit zu verlieren. Es kann aber schon im Jänner/Februar mit der Aufzucht neuer Pflänzchen aus dem eigenen Saatgut begonnen werden. Hier auf dem Blog erfahrt ihr rechtzeitig, worauf dabei zu achten ist!