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Vom Wachsen an Herausfoderungen:

Nicole und der unmögliche Chiligarten

Seit Jahren zieht die unermüdliche Nicole aus Chilisamen Pflänzchen, seit Jahren muss sie zusehen, wie sie früher oder später Schädlingen zum Opfer fallen. Heuer ist sie mit ihrer „DYI-Chilifarm 3.0“ in den Urban Gardening Wettbewerb gestartet und dann kam vieles wie immer, doch manches anders ...

Nicole hat schon mit drei Jahren im elterlichen Garten in der Steiermark mitgeholfen und dementsprechend hartnäckig versucht sie, sich auch in der städtischen Umgebung im Gärtnern zu üben. Konkret geht es Nicole um Chilis und nur um Chilis, die scharfen Früchtchen haben es ihr angetan.

Vor einigen Jahren hat sie begonnen, aus von einem befreundeten Hobbygärtner geschenkten Samen von Raritäten-Chilis – Habañero Chocolate – kleine Pflänzchen zu ziehen.
Weil sie damals noch in einer anderen, weniger zum Indoor-Gardening geeigneten Wohnung gelebt hat, wurden die Pflänzchen ins Büro übersiedelt. Dort haben sich zwar Früchte entwickelt, doch bald folgte ein Schädlingsbefall, der den Pflänzchen zum Verhängnis wurde.

Neues Gartenjahr, neues Glück?

Für den nächsten Versuch hat sich Nicole Samen einer weniger anspruchsvollen Chili ausgesucht, die Aufzucht hat geklappt, doch wieder haben ihr Schädlinge einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Den folgenden Winter hat Nicole für ausgiebige Recherche genutzt. Wie man in den eigenen vier Wänden Bedingungen schaffen, die genug Licht und die richtigen Temperaturen zum Chilianbau bieten?

Neue Indoor-Garten, neues Glück?

Gleichzeitig ist Nicole umgezogen und hat in den Gaupen der Dachflächenfenster ihrer neuen Wohnung eine neue Chance gesehen, den Chilis Licht und Schutz vor Wind zu bieten und sie gleichzeitig vor ihren beiden Katzen zu schützen, die sonst gerne den Boden des Chiligartens umgraben.

Scharfe Marke Eigenbau

Nicole hat heuer zwei Sorten in ihrer „DIY-Chili-Farm 3.“. Einerseits die „Chili de Cayenne“, die Basic-Samen, wie sie sie nennt, weil deren Aufzucht „eigentlich fast jeder zusammenbringt“ und andererseits noch die „Hausmarke“ aus dem elterlichen Garten. Bei der wisse keiner mehr, aus welchen Sorten sie eigentlich entstanden sei, aber in Form und Geschmack würden sie in Richtung Jalapeño gehen.
Die vielen Rückschläge über die Jahre haben Nicoles Ehrgeiz keinen Abbruch getan. Sie denkt nicht daran, auf andere Gemüsesorten umzusteigen: „Die Chilianzucht ist eben advanced, und das ist es, was mich reizt.“
Hinzu kommt, dass sie von der Vielfalt der Chilisorten fasziniert ist und einfach gerne scharf kocht und isst. „Ich verschenke auch gerne selbst angebaute Chilis. Im Büro war das auch schon eine Challenge, bei der wir dann miteinander ausloten, wer wie viel Schärfe verträgt.“

Von der Natur herausgefordert

Warum holt sie sich nicht einfach den Bedarf an Chilis aus dem elterlichen Garten und spart sich den vielen Aufwand? „Ein Projekt von Anfang bis zum Ende zu begleiten, ist einfach spannend. Man hängt an der Pflanze, wenn man monatelang ihr Wachstum beobachtet hat; und ich entwickle dann auch einen Ehrgeiz: Ich will das schaffen!“
Deswegen habe sie auch nie darüber nachgedankt, die Chilis als Jungpflanzen zu kaufen, denn ein Teil der Freude am Gärtnern besteht für Nicole in der Herausforderung, aus einem Samen eine Frucht wachsen zu lassen.

Überlebenskampf mit Vampirabwehrtaktiken

Nicole hat sich heuer auch ausgiebig über die Möglichkeiten informiert, Schädlinge ohne chemisch-synthetische Spritzmittel zu bekämpfen. Zuerst hat sie es mit Knoblauchjauche versucht:
Dabei werden mehrere Knoblauchzehen kurz in Wasser gekocht, dieser Sud wird dann 24 Stunden stehen gelassen, abgeseiht und in eine Sprühflasche gefüllt. Durch das Besprühen der Pflanzen mit dem Knoblauchsud werden die Chili-Pflänzchen gestärkt und viele der Schädlinge vertrieben. Einziger Nachteil: Der Knoblauchgeruch begeistert möglicherweise nicht alle Indoor-Gärtner, warnt Nicole.

Der Knoblauch hat den Schädlingsbefall zwar dezimiert, und auch mit Neemöl und Zündhölzern (der enthaltende Schwefel soll manche Schädlinge vertreiben) hat sie es versucht. Doch sie konnte die ungebetenen Mitesser nicht restlos loswerden. Die Unsicherheit, ob es überhaupt nur die Trauermücken und Blattläuse sind, die den Pflanzen zusetzen, steigt. Was fehlt den jungen Chilis? 

Andrea, die Retterin mit biologischem Rüstzeug

Anfang August eilt Agrarökonomin Andrea Heistinger, die alle Teilnehmer des Urban Gardening Wettbewerbes besucht und ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht, Nicole und ihren Pflanzen gerade noch rechtzeitig zuhilfe:

Nicoles und Andreas Notfallplan lautet: umtopfen, neue Erde, neuer Standort (raus, aufs Fensterbankerl). Für den Fall, dass die ramponierten selbstgezogenen Pflänzchen nicht überleben würden, werden außerdem Bio-Setzlinge gekauft. Doch die Totgesagten haben sich erholt und Nicole hat nun endlich gesunde Chilipflanzen und reichlich Ernte!